阿修羅のごとく Ashura no gotoku
Regie: MORITA Yoshimitsu
2003, 136 Minuten, OmdU, 16 mm
Das Familiendrama beruht auf dem gleichnamigen Roman von Mukôda Kuniko, der auch als Fernsehserie adaptiert wurde. Nakadai Tatsuya ist in der Rolle von Takezawa Kôtarô zu sehen, einem etwa 70-jährigen Familienvater, der durch sein Verhalten eine Reihe von Konflikten und Spannungen auslöst.
Die vier Takezawa-Schwestern Tsunako, Makiko, Takiko und Sakiko treffen sich nach langer Zeit wieder, weil sie erfahren haben, dass ihr Vater eine heimliche Affäre mit einer jüngeren Frau und mit ihr sogar ein Kind hat. Sie fassen den Entschluss, ihrer Mutter Fuji nichts davon zu erzählen und tauschen sich stattdessen über ihre eigenen Beziehungsprobleme aus. Im Laufe der Gespräche über das väterliche Verhalten beginnen sie, auch ihre eigenen unglücklichen Beziehungen und moralischen Fehltritte zu hinterfragen.
Filmreihe
NAKADAI Tatsuya (1932-2025)
Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende
Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.
Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge Zusammenarbeit.
1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).
Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.
Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.
Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival
Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026).
Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme
mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.