FOTO: © lfb
Hedda Zinner »Caféhaus Payer« (1941) Lecture von Stephanie Marx
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Die die Schriftstellerin, Theaterschaffende und Journalistin Hedda Zinner gehörte zu den meistgelesenen Autorinnen der DDR. Stücke wie die »Ravensbrücker Ballade« (1961) oder Romane wie »Katja« (1980) werden von einer antifaschistischen Grundhaltung getragen, gleichzeitig hat Zinner den staatlich verordneten Antifaschismus in der DDR wiederholt kritisch befragt. Dieser unkonventionelle Zug zeichnet bereits Zinners erstes Stück »Caféhaus Payer« (1941) aus: Es spielt im März 1938 in Wien und erzählt, wie sich die alteingesessene Familie Payer kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme (nur leidlich) durchschlägt. Dem Ernst der Lage begegnet Zinner dabei im gewitzten Tonfall des Volksstücks und lässt Wiener Mundart auf Berliner Jargon treffen. Die explizite Verortung der Handlung in Österreich lässt indes Fragen nach lokalen Spezifika bzw. dem Universalen des Antifaschismus virulent werden. Zudem beleuchtet das Stück die vergeschlechtlichte Dimension antifaschistischer Praxis.
Dr. Stephanie Marx lehrt und forscht in Wien, wo sie 2025 mit einer Arbeit zur politischen Dimension der Neuen Sachlichkeit promoviert hat. Derzeit erhält sie das Wissenschaftsstipendium der Stadt Wien und ist mit der literarischen Produktion der Wiener autonomen Frauenbewegung befasst.
Location
Vielleicht gefällt dir auch das?
Noch mehr Events dieser Location-Page