Jauchzet, frohlocket: Bach schrieb Musik zu allen Kirchenfesten, zu Ostern, Weihnachten und Himmelfahrt. Kaum zu glauben, dass sein "Weihnachtsoratorium" - heute mit der Weihnachtszeit untrennbar verbunden - nach seiner Erstaufführung in Vergessenheit geriet und erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder erklang. Für die Weihnachtszeit 1734/1735 schrieb der Thomaskantor das sechsteilige Oratorium und griff auf bereits existierende Kompositionen zurück. Wie in den Passionen wird die Erzählung des Evangelisten von Arien und Chören umrahmt, uns begegnen himmlische Engelschöre, strahlende Trompetenklänge und beeindruckende Paukenschläge, es herrscht auch hier eine Mischung aus Besinnlichkeit und Theatralität, aus kammermusikalisch geführten Dialogen und festlichem Glanz. Mit Riccardo Minasi steht am Pult der Essener Philharmoniker ein Experte im Bereich der historischen Aufführungspraxis.