Shida Bazyar - »Die Lücken«. Buchpremiere.

FOTO: © Tabea Treichel

Shida Bazyar - »Die Lücken«. Buchpremiere.

Noch niemand hat sich das Event gemerkt.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

»Wer an Chronologie glaubt, glaubt auch an Erklärungen.«

Was ist Heimesbach? Einst ein verschlafenes Nest im Hunsrück, dann durch ein Schienennetz an ein ganzes Land angebunden, einst die Heimat von Jüdinnen und Juden, dann Gaumusterdorf. Es ist ein Ort, in dem ab 1945 jahrzehntelang geschwiegen wird, ein Ort, in dem Täter und Mitläufer nach dem Krieg in Gedenkstunden ohne jede Scham an die Deportierten erinnern – und in dem aber gleichzeitig auch Opfer späterer Kriege Zuflucht finden können. In Heimesbach gibt es Geister, die all das sehen, die Vergangenheit und die Gegenwart, die Geheimnisse und das, was offenliegt, die Lebenden, die Vertriebenen, die Toten.
In ihrem neuen großen Roman »Die Lücken« überblickt Shida Bazyar 90 Jahre deutscher Historie. So zersplittert, wie diese Geschichte ist, kommt auch der Roman daher: In zahllosen, sich mosaikartig auffächernden Episoden springen wir in den Jahrzehnten zwischen den 1920er und den 2010er Jahren. Shida Bazyar erzählt von Träumen und Albträumen und legt Schicht für Schicht frei, wie ambivalent ist, was wir »Heimat« nennen - denn dieses kaum greifbare Konstrukt konstituiert sich eben nicht, wie wir uns vormachen, durch unsere kollektiven Erzählungen und Erinnerungen – sondern ganz maßgeblich auch durch die Sollbruchstellen der Schuld, von denen wir zu sprechen nicht wagen.

Moderation: Björn Jager

Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)

Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und wurde soeben verfilmt. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.

Foto (c) Tabea Treichel

Location

Künstler*innenhaus Mousonturm
Künstler*innenhaus Mousonturm Waldschmidtstraße 4 60316 Frankfurt am Main

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