Am 11. April vor 300 Jahren herrscht am Ende der Karfreitagsvesper in der Leipziger Thomaskirche Verwirrung und Bestürzung. Johann Sebastian Bach und sein Textautor Picander haben ihr Ziel erreicht. Ihre "Matthäuspassion" hat das Publikum emotional erschüttert. Das Werk bricht mit vielen musikalischen Gewohnheiten: die Besetzung riesig, die Dimensionen ausufernd, der Realismus frappierend. Auch die Grenzen zur Bühne und zur Oper verschwimmen. Die religiöse Kraft, die von der Matthäuspassion ausstrahlt, hat auch Friedrich Nietzsche bewundert: "Wer das Christentum völlig verlernt hat, der hört es hier wirklich wie ein Evangelium." Das unerhörte Meisterwerk ist bis heute nicht gealtert. Das stellt hier der RIAS Kammerchor unter Beweis, einer der besten Profichöre weltweit. Die Akademie für Alte Musik Berlin ist ihm ein engagierter wie hochkarätiger Partner.