FOTO: © © Karel Cudlin
Radka Denemarková: Kobold / Schokoladenblut
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Tschechien ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 und Radka Denemarková eine der bekanntesten Autorinnen des Landes. Zwei ihrer Romane erscheinen 2026 auf Deutsch – die thematische Gewichtung während der Lesung wird noch entschieden. Die Autorin liest und erzählt auf Deutsch.
In „Kobold" verknüpft Radka Denemarková zwei Geschichten, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirken, sich aber auf vielfältige Weise miteinander verbinden: Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Leben von Liebe, Gewalt, familiären Erfahrungen und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt wird. Die Figuren kämpfen mit den Folgen ihrer Herkunft und wachsen in einer Umgebung auf, die wenig Raum für Schwäche, Verletzlichkeit oder Anderssein lässt. Ihr persönliches Leid entsteht dabei nicht nur durch individuelle Schicksale, sondern spiegelt auch die Probleme einer Gesellschaft wider, die zunehmend von Ausgrenzung, Härte und ideologischen Konflikten geprägt ist. Während sich die Lebenswege der Protagonistinnen und Protagonisten kreuzen, stellt der Roman die Frage, wie Menschen unter solchen Bedingungen ihre Menschlichkeit bewahren können.
Über allem liegt dabei die geheimnisvolle Präsenz der „Kobolde“ – einer dunklen, schwer greifbaren Kraft, die die Ereignisse zu beeinflussen scheint und den Figuren immer wieder begegnet.
Mit großer erzählerischer Kraft verbindet Denemarková persönliche Schicksale mit gesellschaftlicher Kritik und erzählt von den Auswirkungen von Macht, Ideologien und zwischenmenschlichen Beziehungen auf das Leben des Einzelnen.
Besonders spannend: Das Buch lässt sich von vorne und von hinten lesen...
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In ihrem neuen großen Roman „Schokoladenblut" erzählt Radka Denemarková die Geschichte des 19. Jahrhunderts neu und zeigt, wie Macht und Kapital bis heute unser Denken und Handeln prägen. Sie verwebt die Lebenswege historischer Persönlichkeiten zu einem eindrucksvollen Panorama über Gewalt, Patriarchat und Ausbeutung – und macht sichtbar, wie eng die Machtstrukturen des 19. Jahrhunderts mit den Krisen der Gegenwart verbunden sind:
Mitte des 19. Jahrhunderts schreibt die tschechische Autorin Božena Němcová ein patriotisches Märchen, dessen Botschaft sie selbst nicht überzeugt. Zur gleichen Zeit lebt George Sand in Frankreich ein radikal anderes Modell weiblicher Autorinnenschaft – unabhängig, selbstbestimmt und gesellschaftlichen Konventionen trotzend. Während Europa um nationale Identitäten ringt, baut J. D. Rockefeller auf der anderen Seite des Atlantiks mit Erdöl sein Wirtschaftsimperium auf und legt damit den Grundstein für eine neue Epoche globaler Macht.
Radka Denemarková, geboren 1968, ist eine tschechische Autorin, Dramatikerin, Drehbuchautorin, Essayistin und Übersetzerin deutscher Literatur. Als einzige tschechische Autorin ist sie vierfache Preisträgerin des Magnesia Litera Preises. Ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Für ihren Roman „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ wurde sie mit dem Spycher Literaturpreis Leuk 2019 ausgezeichnet, für „Stunden aus Blei“ mit dem Literaturpreis des Landes Steiermark 2022, mit dem Brücke Berlin Preis 2022 (zusammen mit ihrer Übersetzerin) und mit dem Franz-Kafka-Preis Odradek 2024. 2023 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.
Preisinformation:
Vorverkauf: 14,00 € / 12,00 € ermäßigt Abendkasse: 17,00 € / 15,00 € ermäßigt
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