Titelbild der Veranstaltung Multimediale Lesung mit Geralf Pochop

Multimediale Lesung mit Geralf Pochop

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Im Rahmen von "25 Jahre an 25 Tagen" lädt die Chemiefabrik zu einer multimedialen Lesung mit Geralf Pochop ein, bei der ein spannendes Kapitel deutscher Nachwende-Geschichte lebendig wird.

Geralf Pochop erzählt in seinem zweiten Buch dort weiter, wo sein erstes Werk endete, und berichtet von seinen Erfahrungen ab dem 9. November 1989 – dem Tag des Mauerfalls. Die Erzählung fängt die Aufbruchsstimmung ein, die nicht nur politische und gesellschaftliche Umwälzungen, sondern auch spannende Entwicklungen in alternativen Jugendkulturen, Bildungsinitiativen und Umweltprojekten mit sich brachte. Mut und Kreativität ermöglichten neue Wege, viele Ideen entstanden aus dem Gefühl, dass plötzlich alles möglich schien.

Die Auflösung alter Machtstrukturen führte zu einem Rechtsvakuum, das verschiedene Gruppierungen nutzten: Neben den Subkulturen wuchs auch die gewaltsame Neonazi-Szene rasant, Angriffen auf Minderheiten und Andersdenkende entstanden viele menschenfeindliche „No-Go-Areas“. Diese Phase wird heute oft als „Baseballschlägerjahre“ bezeichnet und zeigt eine Zeit voller Widersprüche zwischen Aufbruch und Gewalt.

Neben ernsten Momenten erzählt Pochop auch von humorvollen Episoden, etwa den "Schlagerpunx" bei Möbel-Walter oder von den wilden Punk-Open-Airs, die teilweise bis in die Tagesschau kamen. Die Lesung bietet ein facettenreiches Bild zwischen Hoffnung, Chaos und persönlicher Suche nach Zukunft. Ergänzt wird die Darstellung durch Stimmen von 14 Zeitzeugen, die die Nachwendejahre aus unterschiedlichen Perspektiven schildern.

Dass die Chemiefabrik ohne diese bewegte Geschichte wohl nicht existieren würde, macht die Veranstaltung zu einem besonderen Ort der Erinnerung. Künstler:innen und kreative Köpfe nutzten damals den rechtsfreien Raum, um gemeinsam neue Wege zu gehen – ohne sich um Konsequenzen zu sorgen. Die Lesung gibt Einblicke in eine Zeit und Szene, die vieles prägte und zugleich einzigartig war.

Eine Spendenempfehlung von 5 bis 10 Euro wird ausgesprochen. Chemiefabrik Dresden – Live Club seit 2001.

Location

Chemiefabrik
Chemiefabrik Petrikirchstraße 5 01097 Dresden

Angaben zur Barrierefreiheit

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