Man möchte sie für einen kleinen Augenblick, einen Wimpernschlag lang festhalten. Aber kaum ist sie erklungen, scheint sie unmerklich in geheimnisvollen Klangräumen zu entschwinden. "Das sind die Räume, die ganz schnell vergehen, die aber vielleicht die höchste Stufe der Intensität entfalten", so Mark Andre. Der Prozess des Entschwindens besitzt für ihn eine theologische Dimension. So bezieht er sich damit auf den auferstehenden, dem Irdischen entschwindenden Christus. Darum kreist auch sein jüngstes Werk "Im Entsiegeln" für Sopran und Orchester. Um musikalische Geschichten jenseits der menschlichen Logik drehen sich die beiden weiteren Werke von Rolf Riehm und der jungen chinesischen Komponistin Jiaying He. Morton Feldmans "String Quartet and Orchestra" ruht hingegen nuancenreich in sich.