Sondervorstellung am Montag, 01.06., 20:00 Uhr, Gloriette
anlässlich des Internationalen Hurentages
Filmgespräch mit lokalen Sexarbeiter*innen aus verschiedenen Bereichen der Sexarbeit.
Moderation: Anna Roth (Queer- und Sexpositiv-Aktivistin aus Heidelberg)
D 2021 | Regie: Sobo Swobodnik | 96 Min. | FSK n.b.
Dokumentarfilm
Wir zeigen anlässlich des Internationalen Hurentages den Film „Sexarbeiterin". Der Tag erinnert an den 2. Juni 1975: Damals besetzten Sexarbeiterinnen in Lyon die Kirche Saint-Nizier – um gegen Polizeigewalt, Kriminalisierung und das Schweigen der Gesellschaft zu protestieren. Über 50 Jahre später werden Sexarbeitende noch immer lieber zum Objekt politischer Debatten gemacht anstatt ihnen zuzuhören und sie in die Debatte über Gesetzesänderungen einzubeziehen. Das sogenannte "Nordische Modell", das die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen kriminalisiert, ignoriert die Stimmen der Betroffenen konsequent – und bekommt dennoch wesentlich mehr Raum im öffentlichen Diskurs. Sexarbeitende werden dabei zur schweigenden Kulisse einer Debatte, die über ihre Köpfe hinweggeht.
Der Dokumentarfilm von Sobo Swobodnik setzt dem etwas entgegen. Er begleitet die Berliner Sexarbeiterin Lena Morgenroth über mehrere Monate bei ihrer Arbeit und in ihrem Alltag – und gibt ihr das, was politische Debatten ihr verweigern: Raum, Komplexität, Würde. Das Ergebnis ist ein respektvolles Porträt einer Frau, die über ihr eigenes Leben bestimmt.