Ein lebhafter, ungebrochener Spieltrieb ist ihr wichtiger als jede krampfig intellektuelle Aufarbeitung. So hat sie ein breites und vielschichtiges Publikum für sich gewinnen können. Die aus Venezuela stammende Pianistin Gabriela Montero wurde berühmt durch ihre Improvisationsprogramme - in heutiger Zeit eine echte Rarität. Doch sie darauf zu begrenzen, würde ihr nicht gerecht. Bei Weitem nicht. Das zeigt auch ihr umsichtig kuratiertes Recital-Programm, das ganz im Zeichen Spaniens steht, Monteros heutiger Wahl-Heimat: etwa mit Musik von Domenico Scarlatti, der lange in Andalusien und nahe Madrid gelebt hat. Einer seiner Zeitgenossen war Antonio Soler, Spanier wie auch Isaac Albéniz, dessen Werke zum Schönsten zählen, was an der Schwelle zum 20. Jahrhundert komponiert worden ist.