Die Lufthansa profitierte im Zweiten Weltkrieg maßgeblich vom Einsatz der Zwangsarbeit in ihren Rüstungs- und Kriegsreparaturwerkstätten. Höchste Funktionäre der Lufthansa, wie ihr Vorstandsvorsitzender Erhard Milch haben bereits vor 1933 eng mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet. Milch wurde später zum Staatssekretär unter Hermann Göring.
Nach dem Zweiten Weltkrieg tat sich das Unternehmen jahrzehntelang schwer, die eigene Geschichte aufzuarbeiten und Verantwortung für die Verbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg zu übernehmen. Damit steht das Unternehmen in der deutschen Wirtschaft nicht allein.
Wir wollen gemeinsam mit den zwei ausgewiesenen Experten der Lufthansa-Geschichte, Lutz Budrass und Manfred Grieger sowie den Unternehmenshistoriker Roman Köster über die Lufthansa in der Zeit von 1933 bis 1945 sprechen und diskutieren, wie das Unternehmen ab 1954 mit dem historisch belasteten Erbe umging.
Zu den Gästen:
Lutz Budrass ist Unternehmenshistoriker und beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit der Geschichte der Lufthansa, etwa in seiner umfangreichen Publikation „Adler und Kranich“. Seine Zwangsarbeiterstudie für die Lufthansa aus dem Jahr 2001 wurde erst kürzlich auf der Homepage der Lufthansa veröffentlicht.
Manfred Grieger ist Unternehmenshistoriker und war von 1998 bis 2016 Chefhistoriker des Volkswagenkonzerns. Zudem hat er eine Aufarbeitungsstudie zur Firma Bahlsen vorgelegt. Seine neue Publikation „Lufthansa. Die ersten 100 Jahre“ hat er gemeinsam mit Hartmut Berghoff und Jörg Lesczenski dieses Jahr veröffentlicht
Roman Köster ist Wirtschaftshistoriker an der Universität der Bundeswehr in München. Seine Studien zur Geschichte des Unternehmens Hugo Boss in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“ sowie zum Unternehmen Seidensticker 1919-2019 legten den Blick auf deutsche Textilunternehmen. Gleichzeitig forschte er zum Zeppelin-Konzern.
Moderation: Irmgard Zündorf
Preisinformation:
Regulär: 5 Euro Ermäßigt*: 3 Euro * Kinder (6-14 Jahre), Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Empfänger*innen von Bürgergeld, Arbeitssuchende (ALG-I), Schwerbehinderte (GdB mind. 50%) Begleitpersonen schwerbehinderter Menschen (Merkzeichen "B" im Schwerbehindertenausweis) haben freien Eintritt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.