DFD Festival 2026: Janina Lamberty

FOTO: © Janina Lamberty

DFD Festival 2026: Janina Lamberty

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Biographie

Janina Lamberty (*1961, Ratibor, Polen) ist eine Konzeptkünstlerin, Bildhauerin, Grafikerin und Designerin. 1971 zog sie mit ihrer Familie nach Leverkusen, wo sie früh ihre Leidenschaft für die Natur entdeckte. Von 1976 bis 1978 erhielt sie Kunstunterricht bei Peter Lorenz. Später absolvierte sie eine Ausbildung im Vermessungswesen, die ihre spätere künstlerische Arbeit beeinflusste. Nach Jahren der Berufstätigkeit widmete sie sich intensiv der Kunst und nahm von 1989 bis 1997 Unterricht bei Ernst Otto Köpke, dessen mosaik- und baukunstgeprägte Werke sie stark inspirierten. Seit den 1990er Jahren lebt und arbeitet sie in Düsseldorf und Barcelona.

Werk

Lambertys Werk ist stark von wissenschaftlichen und naturbezogenen Themen geprägt, insbesondere durch ihre frühere Arbeit im Vermessungswesen. Ihre Kunst untersucht die Wechselwirkungen zwischen Natur, Zufall und künstlerischer Kontrolle. Ein zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die Vergänglichkeit des Augenblicks, oft verknüpft mit meditativen und rituellen Momenten.

Zwei ihrer bekanntesten Werkreihen sind Cascadas (Wasserfälle) und Cañas (Rohrstäbchen):

  • Cascadas: In dieser Serie interpretiert Lamberty das Phänomen des Wasserfalls. Sie verwendet hochwertiges Papier, das durch Biegungen und rhythmische Wellungen an die Struktur von fallendem Wasser erinnert. Dabei bringt sie Farbtöne auf, die die Bewegung und Beschleunigung des Wassers suggerieren. Die vertikalen Papierbahnen mit ihren breiteren und schmaleren Farbbahnen erzeugen eine Dynamik, die den Fall des Wassers nachahmt. Auch landschaftliche Strukturen, wie terrassenförmig angelegte Felder, fließen in diese Serie ein. Ihre Arbeit ist nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine ästhetische Übersetzung von Naturphänomenen in eine bildnerische Sprache.

 

  • Cañas: In dieser Werkreihe verwendet Lamberty Strohstäbe, die sie nach dem Mikado-Prinzip zufällig fallen lässt und deren Positionen sie anschließend fixiert. Diese Werke erinnern an Naturphänomene wie Strudel oder Wirbel. Der Zufall spielt eine zentrale Rolle: Das scheinbare Chaos wird ästhetisch geordnet, während Farben und Formen, die vor dem Wurf festgelegt werden, das Endergebnis beeinflussen. Diese Methode verleiht den Arbeiten einen meditativen, rituellen Charakter, ähnlich der Zen-Praxis oder der japanischen Teezubereitung. Trotz der zufälligen Komposition ist die Gestaltung hochkonzentriert und technisch präzise, was den Werken eine besondere künstlerische Tiefe verleiht.

Lamberty setzt oft Japanpapiere ein und stellt selbst Papiere aus Pflanzenfasern her. Diese Materialien, die sie häufig von Reisen mitbringt, tragen eine lokale Bedeutung und fügen ihren Werken eine weitere kulturelle Dimension hinzu.

Ihre Werke können als ästhetische Transformationen von Naturbeobachtungen und topografischen Untersuchungen verstanden werden, die aus ihrem wissenschaftlichen Hintergrund in der Geodäsie stammen. Aussagen über Höhen- und Tiefenunterschiede in Landschaften werden in ihren Kunstwerken bildlich übertragen. Ein Zitat von Jürgen Raap fasst diesen Ansatz treffend zusammen: „Die Methoden, wie man in der Geodäsie Bezugssysteme definiert, [...] überträgt Janina Lamberty in die Kunst.“

Design

Neben ihrer freien künstlerischen Tätigkeit arbeitet Lamberty auch im angewandten Design. Sie hat Projekte für renommierte Unternehmen wie Villeroy & Boch realisiert, darunter die Gestaltung einer Mokkatasse. Ihre Designarbeiten zeichnen sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, der Kunst, Wissenschaft und Handwerk verbindet. So ließ sie sich unter anderem von der katalonischen Architektur, besonders von Antoni Gaudí, sowie von Goethes Farbenlehre inspirieren. Diese Einflüsse spiegeln sich in ihren Entwürfen wider, die sich auf Porzellan, Edelstahl und Papier wiederfinden.

Ein besonderes Designprojekt ist das 3D-Mikado-Spiel Balance, das sie für das Unternehmen Emform entwickelte. Darüber hinaus kreierte sie personalisierte Designartikel für die Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner.

Ihre Entwürfe zeigen oft eine starke Verbindung zwischen Kunst und Soziologie. Zum Beispiel reflektiert das Design Joy die soziologische Charakterisierung der „Generation Y“, die nach einer Balance zwischen Beruf und Freizeit strebt. In ihren Papeterie-Designs, wie dem Rosen-Design, greift sie kulturelle Symbole auf, die sie etwa in der katalonischen Tradition des Sant Jordi verankert, bei dem Rosen und Bücher verschenkt werden.

Location

Corneliusplatz
Corneliusplatz Corneliusplatz 40212 Düsseldorf

Organizer | Festival

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