»Anti Opfer – Warum wir Verletzlichkeit verachten« lautet der Titel des neuen Buches der Autorin Alice Hasters. In Talkshows, in Bundestagsdebatten, am Abendbrottisch – überall wird über »Opfer« gesprochen. Doch zunehmend sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, als verweichlicht gelten, andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen.
»Opfer« – das ist längst ein Vorwurf geworden. Wenn Menschen nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Was passiert in unserer Gesellschaft, wenn Sensibilität als elitär gilt, das »Recht des Stärkeren« dagegen als egalitär und authentisch? Alice Hasters wird aus ihrem neuen Buch lesen und sich im Gespräch mit der Moderatorin dem Text und seiner gesellschaftlichen Relevanz nähern.