Es ist ein Eintritt in einen Rauschzustand. Schon im Foyer beginnt das Spiel mit den Identitäten – Schminke, Glitzer, Sonnenbrillen. Wer hier eintritt, wird Teil einer Nacht, die keine ist, einer Oper, die tanzt, taumelt, schwitzt. Diese Club-Oper verwandelt den Saal in ein vibrierendes Biotop aus Bass, Stimmen und Körpern. Keine Sitzreihen, kein klassisches Publikum: Wer da ist, ist mittendrin.
Drei Schicksale leuchten im Stroboskoplicht auf: eine junge Frau, die nach der Therapiesitzung in die eigene Gedankenflut stürzt; ein Makler, der im Chemsex-Rausch das Maß verliert; eine Erschöpfte, die die Kontrolle über sich und ihren Körper verliert– bis nichts bleibt als die kreisende Müdigkeit des Systems. Die zahlreich ausgezeichnete israelische Autorin Sivan Ben Yishai zeichnet diese Charaktere als fiebrige Kinder des Spätkapitalismus, getrieben von Selbstanspruch, Verlangen und Absturzlust. Die drei Komponist*innen Benjamin Scheuer, Oxana Omelchuk und Michael Beil weben Beats, Klangflächen und instrumentale Inseln zu einem atemlosen Puls – zwischen Club und Kammer, Ekstase und Kollaps.
Uraufführung des treppenhausorchesters in Koproduktion mit den KunstFestSpielen Herrenhausen. A Club Opera lässt Neue Musik und Clubkultur verschmelzen und lädt das Publikum zum Tanzen ein. Und so gleitet diese Club-Oper am Ende des Abends in ein DJ-Set hinüber: Identität, Musik und Raum verschwimmen.
Die Kompositionen sind ein Auftrag der KunstFestSpiele Herrenhausen, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Preisinformation:
ab 30 Euro erm. 15 Euro (zzgl. Gebühren)