FOTO: © Nik Schölzel
2. SINFONIEKONZERT
Das sagt der/die Veranstalter:in:
ROBERT SCHUMANN
Konzert für Violine und Orchester d-moll WoO 1
PAUL HINDEMITH
Sinfonie Mathis der Maler
Die Wahl eines Charakters wie des spätmittelalterlichen Malers Matthias Grünewald hatte für Paul Hindemith offensichtlich persönliche Bezüge, als er sich 1933 mit der Arbeit an seiner Oper Mathis der Maler befasste. Denn wie Grünewald sah sich auch Hindemith durch sein politisches Umfeld in seiner schöpferischen Freiheit bedroht. Die parallel zum Bühnenwerk entstandene Sinfonie stellt drei Bilder am Isenheimer Altar von Grünewald ins Zentrum des musikalischen Geschehens. Den verzweifelten Kampf des Individuums gegen die dunkle Seite der menschlichen Abgründe schildert Hindemith mit packender Intensität. Der Verweis auf Grünewald, der seine Kunst aufgab, um sich mit dem Freiheitskampf der Bauern zu solidarisieren, brachte Hindemith großen Ärger ein, was schließlich zu seiner Emigration führte.
Es sei „ein Abbild von einem gewissen Ernst, hinter dem oft eine fröhliche Stimmung hervorsieht“, so beschrieb Robert Schumann selbst sein einziges Violinkonzert, das er in einem kurzen, intensiven Schaffensrausch komponierte. Doch seine seelische Erkrankung warf einen immer dunkleren Schatten auf sein Leben – nur ein Jahr nach Fertigstellung des Konzertes wurde er in eine Nervenanstalt eingewiesen. Erst 1937 kam das Werk – von den Nationalsozialisten für propagandistische Zwecke instrumentalisiert – zur Uraufführung. Was damals kaum jemand wusste: Es handelte sich dabei um eine bearbeitete Version von Paul Hindemith. In diesem Konzert wird es wieder in der Originalversion Schumanns erklingen.
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