Il Barbiere di Siviglia
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Die Oper Il Barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini erzählt die Geschichte des Grafen Almaviva, der um die Liebe von Rosina wirbt. Doch ihr Vormund Don Bartolo will Rosina selbst heiraten und hütet sie streng. Unterstützt von Don Basilio, der heimlich Intrigen schmiedet, hält er sie fest im Griff. Figaro, der gewitzte Barbier von Sevilla, hilft Almaviva mit cleveren Verkleidungen und List, Zugang zu Rosina zu bekommen. Trotz zahlreicher Hindernisse und oft komischer Verwicklungen gelingt es am Ende, Bartolo auszutricksen und das Liebespaar zusammenzuführen.
In der Inszenierung von Herbert Fritsch folgt die Produktion den Ursprüngen des Werks in der Commedia dell’arte und entwickelt daraus eine ganz eigene, lebendige Interpretation. Die Sänger:innen schlüpfen in die klischeehaften Figuren, die Rossini und Librettist Cesare Sterbini ins Leben riefen, und verleihen ihnen durch übersteigerte, groteske Darstellungen eine besondere Expressivität, typisch für Fritschs Regiestil. Auf Requisiten wird verzichtet, stattdessen dominieren eindrucksvolle Kostüme von Victoria Beer, die Rokoko-Mode mit der exzentrischen Macaroni-Perückenmode englischer Dandys des 18. Jahrhunderts verbinden. Die Bühne ist mit großflächigen bunten Folien bespannt, die computergesteuert in ständigem Wandel Gassen, Plätze und Gebäude zeigen und so die Spielorte ins Bild setzen. Die Bühne ist immer in Bewegung, mal stärker, mal subtiler, wodurch eine lebendige Atmosphäre entsteht, die perfekt zur Musik Rossinis passt.
Musikalisch enthält Il Barbiere di Siviglia neben Figaros berühmter Cavatine "Largo al factotum" zahlreiche weitere brillante Highlights: Rosinas Koloratur-Arie "Una voce poco fa" ist ein Glanzstück für Sängerinnen, und der Conte überzeugt mit "Ecco ridente in cielo". Sterbinis Libretto bietet ausgesprochen effektvolle Momente, etwa das Finale des ersten Aktes mit seinem Crescendo, das musikalisch eine Schmiede voller Hämmer und Ambosse nachzeichnet. Rossini komponierte die Oper äußerst zügig – vermutlich in nicht mehr als zwei Wochen – und griff dabei teilweise auf Motive aus seinen früheren Werken zurück, wie die Gewittermusik, die schon in den Opern Il pietro di paragone und L'occasione fa il ladro vorgekommen war.
Die Figur Figaro präsentiert sich als „Faktotum der ganzen Stadt“ und bietet neben Bartpflege auch allerlei Dienste für Verliebte an, von der Zustellung geheimer Briefe bis zum Ständchen. Uraufgeführt wurde das Werk unter dem ursprünglichen Titel Almaviva, o sia L'inutile precauzione, wobei das Publikum bald besonders vom charmanten Barbier fasziniert war. Ursprünglich basiert das Libretto auf Beaumarchais’ Komödie aus dem Jahr 1775, die Figuren und Handlungselemente der Commedia dell’arte mit Erfahrungen einer Spanienreise verknüpft – ein erster Teil seiner Figaro-Trilogie, die später von Da Ponte und Mozart weitere Operngeschichte schrieb.
Tickets für Stehplätze sind am Vorstellungstag ab 10 Uhr online oder an den Bundestheaterkassen erhältlich. Personen mit BundestheaterCard können Stehplätze zudem bereits am Tag vor der Aufführung online reservieren. Außerdem steht vor regulären Abendveranstaltungen ein Kontingent an Stehplatztickets ab 80 Minuten vor Beginn an der Stehplatzkassa bereit.
Die Oper wird in der Originalsprache aufgeführt. Über individuelle Bildschirme an den Sitzplätzen lassen sich Untertitel in bis zu neun Sprachen einschalten, darunter Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Russisch, Japanisch, Spanisch und Mandarin. Bei Veränderungen im Vorstellungsplan können Tickets zurückgegeben oder umgetauscht werden. Ersetzen oder Erstatten des Preises aufgrund von krankheitsbedingten Änderungen im Ensemble oder verspätetem Saaleinlass ist ausgeschlossen.
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