Das Freiburger Klassenzimmertheater präsentiert in einem eintägigen Festival seine Stücke, die sonst ausschließlich in Klassenzimmern aufgeführt werden – dabei ermöglicht ein einmaliger Eintrittspreis, entweder nur eine oder gleich alle drei Aufführungen zu besuchen.
Programm:
16:00 Petty Einweg
18:00 Ich Komma Saufen
20:00 Name: Sophie Scholl
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Das Freiburger Klassenzimmertheater ist ein recht junges Genre, welchem sich immer mehr Autoren widmen. Die Stärken des Genres Klassenzimmertheater liegen in der Nähe, die das Spielgeschehen zum Publikum hat, und in der Authentizität, die es vermittelt. So werden Denk- und Reflexionsprozesse auf besondere Weise in Gang gesetzt. Zusätzliche ästhetische Mittel wie Bühnenbild und Beleuchtung fehlen gänzlich. Trotzdem präsentiert sich ein Theatererlebnis: intensiv und ausdrucksstark in Spiel, Sprache und Bildern.
Für das Publikum lässt sich Realität und fiktive Handlung nicht immer klar auseinanderhalten, was zu einer hohen Aufmerksamkeit führt und zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Thematik und der gespielten Figur. Das Theater rückt dem Publikum buchstäblich zu Leibe, aus Zuschauern werden Mitspieler, die aber immer auch Zuschauer bleiben. Für komplexe Sachverhalte wird keine vereinfachte Lösung präsentiert, sondern es wird zum Nachdenken angeregt, es vertieft das Bewusstsein für die ausgewählten Themenbereiche und kann sich auf das soziale Klima innerhalb der Gruppe und darüber hinaus positiv auswirken.
Nach jeder Aufführung bietet das Freiburger Klassenzimmertheater ein einstündiges Nachgespräch an, in welchem Fragen zum und um das Stuck besprochen werden können.
Das Freiburger Klassenzimmertheater möchte Theaterstücke spielen, welche ohne den "pädagogischen Zeigefinger" funktionieren, welche nicht belehrend sind, sondern Stücke die zum Nachdenken anregen, Stücke welche das Bewusstsein für die jeweiligen Themen sensibilisieren.
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Programm:
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Petty Einweg | 16:00 Uhr
von Jens Raschke ein Stück über Nachhaltigkeit
Petty Einweg ist die Geschichte von Petty, einer Plastikflasche, deren facettenreiches
Leben in allen Details geschildert wird. Voller freudiger Erwartungen wird Petty in die Welt entlassen. Allerdings muss sie schnell feststellen, dass das Leben einer Flasche nicht so spaßig ist, wie sie sich das vorgestellt hat. Sie hat noch kaum die Abfüllanlage verlassen, da ist sie auch schon ausgetrunken und landet zusammen mit einigen anderen Gebrauchsgegenständen erst auf einer Deponie und schließlich im Meer.
Durch Pettys Perspektive eröffnet sich ein ganz neuer Zugang zum Thema „Plastikmüll“.
Das Stück vermittelt Fakten im Hinblick auf Umweltverschmutzung und die verschwenderische Konsumlandschaft, die uns erschüttern sollten und bedient sich dabei einer mitreißenden, humorvollen und einfühlsamen Geschichte.
Regie: Sahar Amini-Jörger
Schauspiel: Veronika Bendiks
Alter: Ab 9 Jahre
Verlag: Drei Masken Verlag
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Ich Komma Saufen | 18:00 Uhr
von Holger Schober ein Stück über Sucht und Alkoholmissbrauch
H. ist trocken. Das war nicht immer so. Als H. jung war, da war er Alkoholiker, obwohl er das selbst nie so gesehen hat, aber wer tut das schon. H. stand am Abgrund und viele seiner Freunde waren schon einen Schritt weiter. Aber jetzt ist H. trocken und wird vom Unterrichtsministerium herumgeschickt, um jungen Menschen, die so alt sind, wie er damals war, über die Gefahren von Alkohol zu erzählen. Aber H. hat keinen Bock darauf. Schließlich hatte er immer alles unter Kontrolle, meistens. Und schlimme Dinge passieren eben. Aber je mehr wir aus Hs Leben erfahren, desto klarer wird: Es ist nicht immer
nur Spaß im Glas.
„Ich Komma Saufen“ ist mehr als die Charakterstudie eines jungen Trinkers und geht weit über die gewohnten Appelle der Abstinenzler und Besserwisser hinaus. „Ich Komma Saufen“ zeigt die Wahrheit ohne erhobenen Zeigefinger und überlässt es dem Zuschauer die Konsequenzen zu ziehen.
Regie/: Peter W. Hermanns
Schauspiel: Luca Nowag
Künstlerische Leitung: Veronika Bendiks
Alter: Ab 14 Jahre
Rechte: Rowohlt Theater Verlag
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Name: Sophie Scholl | 20:00 Uhr
von Rike Reiniger ein Stück über Zivilcourage
„Ich heiße Sophie Scholl. Und da fängt das Problem auch schon an“.
So beginnt die Geschichte einer eigentlich ganz normalen Jurastudentin. Sie steht kurz vor dem Examen und ist voller Vorfreude auf ihr Berufsleben. Ihr Nachname? Reiner Zufall. Dieser Name erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in der Zeit des Nationalsozialismus den Mut hatte, sich mit ihren Freunden und ihrem Bruder gegen Adolf Hitler zu stellen. Der Mut ihrer berühmten Namensvetterin wird nun zum Prüfstein für das Gewissen der jungen Jurastudentin: Sie wird in einen Prüfungsbetrug verwickelt und soll vor Gericht aussagen. Sie muss sich entscheiden: Soll sie lügen, um ihre Karriere voranzubringen? Soll sie die Wahrheit sagen, dafür aber ihre Zukunft riskieren? Oder wäre es vielleicht das Beste zu schweigen?
Ein Theaterstück zum Thema Loyalität und Zivilcourage
Regie: Peter W. Hermanns
Schauspiel: Veronika Bendiks
Alter: Ab 15 Jahren'
Verlag: THEATERSTÜCKVERLAG
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Preisinformation:
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