VIDEO: © Aniko Ozorai, Clélie Balcaen, Aline Braun / Arnaud Dubois FOTO: © Benoit Douchy / Arnaud Dubois
A Feast for One / Das Ross
Das sagt der/die Veranstalter:in:
A FEAST FOR ONE
Hundert Äpfel liegen über die Straße verstreut. Stellen Sie sich vor, wie sie langsam auf das Publikum zurollen. Die Performerin betritt die Bühne und beginnt sich zu bewegen. Die Kinder fragen sich: Ist sie Schneewittchen, Eva oder eine Prinzessin? Die Erwachsenen stellen sich eine andere Frage: Was wird mit all diesen Äpfeln geschehen? Werden sie gegessen, geteilt, zerdrückt oder verschwendet?
A Feast for One entfaltet eine Auseinandersetzung mit den sozialen, emotionalen und politischen Widersprüchen rund um das Thema Nahrung. Beißend, kauend, anbietend und verweigernd durchläuft das Solo Kreisläufe von Verlangen und Zurückhaltung, Fürsorge und Überfluss. – „Knack.“ – A Feast for One versteht Nahrung als weit mehr als bloße Ernährung. Sie steht für Fürsorge, Genuss, Scham, Ausgrenzung und Macht und wirft die Frage auf, wer essen darf und wer hungrig bleibt. Die Performance reflektiert globale Ungleichheiten im Zugang zu Nahrung und lädt dazu ein, sich mit den Widersprüchen auseinanderzusetzen, die wir tagtäglich mitkonsumieren.
DAS ROSS
Das Ross ist ein Tanzsolo, das Mariane Verbecq 2024 entwickelt hat. Ausgangspunkt der Arbeit sind die Unruhen in Frankreich im Juni 2023, die nach dem Tod von Nahel Merzouk infolge von Polizeigewalt ausbrachen. Von dort aus weitet sich der Blick auf die vielen Formen von Unterdrückung, die Menschen individuell wie gesellschaftlich erfahren. Ausgrenzung kann jede und jeden treffen – aufgrund des Geschlechts, der eigenen Überzeugungen, der Art zu lieben oder der persönlichen Lebensweise. So entfaltet das Stück eine universelle Perspektive.
Das Ross fragt nach den Möglichkeiten von Emanzipation und Erwachen. Es macht sichtbar, wie die Ablehnung anderer Sichtweisen, die Zurückweisung von Vielfalt und die Verweigerung, die eigene Andersartigkeit anzuerkennen, den Boden für Ausgrenzung und Gewalt bereiten können. In der Verkörperung einer weiblichen Figur zeichnet das Solo den Weg zur Selbsterkenntnis und Selbstermächtigung nach – einen inneren Prozess, der dazu befähigt, den eigenen Platz in der Gesellschaft einzunehmen und Haltung zu zeigen.
A Feast for One
Tanz: Aline Lebrun / Choreografie: Aline Braun
Das Ross
Tanz & Choreografie: Mariane Verbecq
Im Anschluss an die Vorstellungen bieten wir ein Publikumsgespräch an.
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