Die Rosenkriege
In the organizer's words:
No Kings!
Weltweit sind Autokratien auf dem Vormarsch, reißen Autokraten als „Neue Könige“ Staatsapparate an sich, führen für den Machterhalt Krieg gegen die eigene Bevölkerung und gegen andere Länder. „No Kings!“ rufen Protestierende, woanders werden sie gewaltsam zum Schweigen gebracht. Oder sind angesichts allumfassender Repression längst verstummt.
Shakespeares früher Zyklus von Königsdramen, „Die Rosenkriege“, an dessen Ende das Ende von Richard III. steht, beschreibt die Weltbühne als ein Theater der Grausamkeit. Machtgier, Geld und Geltungssucht sind die Treiber von Aufstieg und Fall der Könige, von gewalttätigen Intrigen, von der Herrschaft der Lüge, von Disruption, Verrat und Krieg. Und so wie eine Theaterregel lautet, dass den König immer die anderen spielen, sind es auch auf der Bühne der politischen Realität immer die Mitspielenden, die die zerstörerischen Machtkonzentrationen betreiben, zulassen, bewirtschaften. Shakespeares Rosenkriege verhandeln die mit Unterbrechungen von 1455 bis 1485 geführten Kämpfe und Gewalteskalationen der rivalisierenden englischen Häuser Lancaster und York, deren Wappen eine rote beziehungsweise eine weiße Rose tragen.
Mit großem Ensemble und Puppen bringt Hausregisseur Jan-Christoph Gockel nach „Wallenstein“ – eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2026 – erneut einen dreißigjährigen Krieg auf die Bühne der Münchner Kammerspiele. Auf dass, wenn wir lange genug auf dieses leider hochaktuelle, dunkeldüstere Weltengemälde schauen, umso leuchtender auch die Komplementärfarbe, das Helle, als Möglichkeitsraum aufscheint.
„Das ist wieder ein großes Schlachtengemälde, aber ganz anders als Wallenstein - irrer, opportunistischer ... leider so wie unsere Zeit.“ - Jan-Christoph Gockel
Location
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